Wo Datenschutz und Urheberecht gemeinsam eine Rolle spielen

Mitarbeiterfotos auf der Webseite zu veröffentlichen, ist nicht nur ein Datenschutzthema, das Urheberrecht an den Fotos kann ebenfalls eine Rolle spielen. Beide Gesichtspunkte sollten beachtet werden.

Werden die Fotos der Mitarbeiter auf der Webseite veröffentlicht, erhält die Firma nach außen sozusagen ein Gesicht oder sogar Gesichter und wirkt dadurch doch gleich viel persönlicher. Das Porträt einer Person stellt ein personenbezogenes Datum im Sinne des BDSG dar. Gesichtsmerkmal können unter Umständen besonders schützenwerte Daten im Sinne des §3 Abs. 9 BDSG darstellen. Eine Einwilligung des Betroffenen ist somit unerlässlich.

Wer Fotos der Mitarbeiter auf seiner Website veröffentlichen will, muss neben dem BDSG (Bundesdatenschutzgesetz) Datenschutz auch noch das KUG (Kunsturheberrechtsgesetz) beachten.

Abbildungen eines Menschen dürfen stets nur ins Internet gestellt werden, wenn er ausdrücklich eingewilligt hat. Das ergibt sich aus einem etwas entlegenen Gesetz, dem KUG. (Kunsturhebergesetzt). Hier steht im § 22 Satz 1 „Bildnisse dürfen nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden.“

Seitens des BDSG und des KUG ist die Einwilligung jedes Betroffenen erforderlich.

Unzulässig wäre also, ein Foto, das die Firma ohnehin von einem Mitarbeiter hat – etwa weil ihm ein Werksausweis mit Foto ausgestellt wurde –, einfach ohne ihn zu fragen oder sogar gegen seinen Protest ins Netz zu stellen.

Bei Minderjährigen muss man die Sorgeberechtigten fragen

Ein Minderjähriger (das ist jeder, solange er nicht 18 ist) kann nicht selbst einwilligen. In diesem Fall ist es also nötig, den oder die Sorgeberechtigten zu fragen, in der Regel also die Eltern.

Ein Minderjähriger kann – so muss man unterstellen – im Allgemeinen noch nicht überblicken, was es heißt, wenn sein Foto weltweit abrufbar ist. Das Argument, so mancher Minderjähriger würde etwa unter www.flickr.com zahlreiche Fotos von sich ins Netz stellen, da könne man doch heute nicht mehr so kleinlich sein, ist gefährlich.

Daher gilt: Kein Risiko eingehen und die Eltern fragen! „Fragen“ heißt dabei: um eine schriftliche Einwilligung bitten, schon aus Beweisgründen, aber auch, weil das BDSG bei einer Einwilligung die Schriftform fordert (§ 4a Abs. 1 Satz 3 BDSG).

Wie gehe ich dabei vor? Kann ich einfach die Mitarbeiter bitte ein passendes Bild mit zu bringen oder mache ich die Bilder als Unternehmen über einen Fotografen selbst?

Die Mitarbeiter werden wohl ein hochwertigeres Porträt mitbringen, welches üblicherweise ein Fotograf gemacht hat. Dabei gilt dann das Urheberrecht zu beachten.

An Porträtfotos hat der Fotograf ein Urheberrecht.

Klären Sie daher mit dem Fotografen ab, für was Sie die Fotos verwenden möchten.